Intersektionale Ungleichheiten: Der U.S.-Wohlfahrtsstaat und die Governance von Migration
Die Forschungsprojekte bieten:
- Eine intersektionale und rassismuskritische Perspektive auf den U.S.-amerikanischen Wohlfahrtsstaat und Migrationsregime, die untersuchen, wie ungleiche Chancen entstehen und sich institutionell verfestigen.
- Ein transatlantisches Wissenschaftsnetzwerk mit Fellows, das kritische Forschung zu Rassismus, Gender und sozialer Ungleichheit fördert.
- Wissenstransfer in die breite Öffentlichkeit, der Forschungsergebnisse in Form von Vorträgen, Medienbeiträgen und Bildungsangeboten zugänglich macht und zur informierten Diskussion anregt.
Projektleiterin
Dr. Grit Grigoleit-Richter
Amerikanistik/Cultural and Media Studies, Universität Passau
ORCID: https://orcid.org/0009-0008-9491-882X
Förderung
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert die Forschungsprojekte im Rahmen der Regionalstudien (Area Studies) im Zeitraum von März 2021 bis Dezember 2027.
Forschungsschwerpunkte
- Systemischer Rassismus in den USA
- Ungleichheit, Armut, Wohlfahrtsstaat & Sozialpolitik
- Carcerality und Carceral State
- Migration, Diaspora und Transnationalismus
- Intersektionalität (Rasse, Gender, Klasse)
- Critical Race und Ethnic Studies, racial capitalism
Zur Bedeutung von race / Rasse
Im deutschen und im U.S.-amerikanischen Kontext wird der Begriff „Rasse“ unterschiedlich verwendet und verstanden – eine Folge unterschiedlicher historischer, sozialer und politischer Entwicklungen. Im U.S.-amerikanischen Kontext ist race eine sozialwissenschaftliche Kategorie und bezeichnet ein soziales Konstrukt, das sich nicht auf biologische Differenzen stützt, aber aufgrund seiner materiellen Folgen und diskursiven Wirkungen von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung ist und eine wichtige Rolle in politischen und sozialen Auseinandersetzungen spielt.
In Deutschland hingegen ist der Begriff „Rasse“ historisch eng mit dem Nationalsozialismus und biologistischen Deutungen verknüpft und wird deshalb im öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurs meist gemieden oder nur in spezifischen historischen Kontexten verwendet. Vor diesem Hintergrund ist race nicht einfach mit „Rasse“ gleichzusetzen. Denn beide Begriffe verweisen auf unterschiedliche soziale Konstruktionen und sind in verschiedene gesellschaftliche Kontexte und Machtverhältnisse eingebettet.
Zur Verwendung auf der Homepage
Die Forschungsprojekte beziehen sich auf den U.S.-amerikanischen Kontext und greifen daher auf das dortige Verständnis von race zurück. Für deutsche Übersetzungen auf dieser Homepage wird Rasse in kursiver Schreibweise verwendet, um deutlich zu machen, dass der Begriff als kritisch reflektierte Wissens- und Analysekategorie genutzt wird und nicht biologistisch verstanden werden soll. Diese Praxis knüpft an den sogenannten Racial Turn an, der Rasse von naturalisierenden Bedeutungen ablöst und als Kategorie zur Analyse rassistischer Macht- und Ungleichheitsverhältnisse fasst.